Sie versagen in operativer Hinsicht
Wenn IoT-Projekte scheitern, geht man oft davon aus, dass technisch etwas schiefgelaufen ist.
Die Hardware war noch nicht einsatzbereit.
Das Netzwerk war nicht zuverlässig.
Die Plattform war nicht skalierbar.
In der Realität scheitern die meisten IoT-Projekte nicht an der Technologie.
Sie scheitern aufgrund von Vorgängen.
Dies ist eine der am wenigsten diskutierten – aber wichtigsten – Erkenntnisse im Bereich des IoT.
Die Pilotfolge war ein Erfolg. Die Serie hingegen nicht. Warum?
Viele IoT-Projekte verlaufen nach dem gleichen Muster:
- Ein Pilotprojekt wird gestartet
- Es werden einige hundert Geräte eingesetzt
- Alles funktioniert einwandfrei
- Das Projekt umfasst
- Plötzlich tauchen überall Probleme auf
Die Technologie hat sich nicht verändert.
Der Kontext hingegen schon.
Das IoT verhält sich in großem Maßstab ganz anders.
Warum das Internet der Dinge bei 100 Geräten einfach ist – und bei 10.000 schwierig
Im kleinen Maßstab:
- Geräte können manuell nachverfolgt werden
- Die Probleme sind erkennbar
- Die Teams wissen, was wo im Einsatz ist
Im großen Maßstab:
- Manuelle Prozesse führen zu Störungen
- Die Sichtbarkeit verschwindet
- Kleine Fehler summieren sich
- Die Reaktionszeit verlangsamt sich
Das Internet der Dinge scheitert zunächst nicht mit großem Aufsehen.
Es scheitert still und leise, durch Reibungsverluste im Betrieb.
Die verborgene Komplexität des IoT-Betriebs
Die operative Komplexität nimmt in mehreren Dimensionen gleichzeitig zu:
- weitere Geräte
- weitere Länder
- weitere Netzwerke
- weitere SIM-Karten
- weitere Vorschriften
- weitere Interessengruppen
Jede einzelne Ergänzung erscheint für sich genommen harmlos.
Zusammen bilden sie ein System, das ohne klare Struktur nur schwer zu steuern ist.
Tabellenkalkulationen sind das erste Warnzeichen
Fast jede IoT-Implementierung, die mit Schwierigkeiten zu kämpfen hat, hat eines gemeinsam:
Tabellenkalkulationen zur Verwaltung von Live-Verbindungen.
Tabellenkalkulationen:
- erfolgen nicht in Echtzeit
- Setzen Sie die Regeln nicht durch
- nicht skalierbar
- Verhindern Sie Fehler nicht
In Pilotfolgen funktionieren sie.
In der Serienproduktion werden sie jedoch zu einem Problem.
Plattformen für das Konnektivitätsmanagement sind kein Luxus
In großem Maßstab erfordert das IoT eine Konnektivitätsmanagement-Plattform (CMP).
Ein CMP bietet:
- Echtzeit-Transparenz
- Lebenszyklusmanagement
- SIM-Steuerung
- Nutzungsüberwachung
- Anomalieerkennung
Ohne dies agieren Teams reaktiv statt proaktiv.
Lange Lebenszyklen erschweren alles
IoT-Geräte verbleiben häufig vor Ort für:
- 10 Jahre
- 15 Jahre
- manchmal länger
In dieser Zeit:
- Netzwerke entwickeln sich weiter
- Wechsel des Betreibers
- Die Vorschriften werden verschärft
- Geschäftsmodelle wandeln sich
Früh getroffene operative Entscheidungen müssen ein Jahrzehnt des Wandels überstehen.
Das ist eine hohe Anforderung.
Sicherheitsvorfälle sind ebenfalls betriebliche Ausfälle
Viele Sicherheitsvorfälle im Bereich des Internets der Dinge (IoT) werden nicht durch ausgeklügelte Angriffe verursacht.
Sie werden verursacht durch:
- mangelnde Sichtbarkeit
- langsame Reaktion
- unklarer Eigentumsverhältnisse
- keine Isolationsstrategie
Bei der Sicherheit im Internet der Dinge geht es ebenso sehr um Prozesse und Kontrollen wie um Technologie.
Der wahre Grund für die Schwierigkeiten im IoT-Betrieb
Die meisten Organisationen:
- den operativen Aufwand unterschätzen
- eine übermäßige Konzentration auf Hardware und Konnektivität
- Verzögerung bei der Bereitstellung der Betriebsmittel
- das IoT als ein IT-Nebenprojekt betrachten
Das IoT ist kein Nebenprojekt.
Es handelt sich um ein langfristig angelegtes Betriebssystem.
Wie erfolgreiche IoT-Teams anders denken
Teams, die im Bereich IoT erfolgreich sind:
- Gestaltung der Betriebsabläufe vom ersten Tag an
- Planen Sie in großem Maßstab, nicht nur Pilotprojekte
- Investieren Sie frühzeitig in Transparenz und Kontrolle
- akzeptieren Sie, dass Komplexität unvermeidbar ist
Sie versuchen nicht, Komplexität zu beseitigen.
Sie gehen damit um.
Abschließender Gedanke
Falls Ihr IoT-Pilotprojekt zwar erfolgreich war, die Umsetzung in der Produktion jedoch Schwierigkeiten bereitet, sind Sie damit nicht allein.
Und wahrscheinlich liegt bei Ihnen kein technischer Defekt vor.
Sie stehen vor einer Realitätsprüfung in Bezug auf den operativen Betrieb.
Die frühzeitige Erkennung ist oft der entscheidende Faktor, der den Unterschied zwischen einem ins Stocken geratenen IoT-Projekt und einem erfolgreich skalierbaren Projekt ausmacht.

